Eine alte jüdische Parabel erzählt von 2 Freunden, die von einem König hingerichtet werden sollen. Der König gab ihnen eine letzte Chance.
Zwischen zwei Felsen spannte er über einen tiefen Abgrund ein Seil.
Wer es lebend auf die andere Seite schafft, darf gehen.
Der erste ging los.
Schritt für Schritt.
Und erreichte tatsächlich das andere Ende.
Sein Freund rief:
„Wie hast du das geschafft?“
Er antwortete:
„Ich weiß es nicht genau…“
„Jedes Mal, wenn ich nach links gefallen bin,
habe ich mich nach rechts gelehnt.“
Diese Parabel zeigt deutlich, dass es keinen einfachen, direkten Königsweg über den Abgrund gibt und manchmal nicht mal eine Erklärung dafür, wie man es immer wieder aufs Neue jeden einzelnen Tag schafft nicht in den Abgrund zu fallen, obwohl man diesem doch so nah ist?
Wir alle befinden uns ständig über diesem Abgrund und standen wir gestern noch vor dem Abgrund, sind wir heute einen Schritt weiter. Die Frage ist, machen wir die Schritte auf dem Seil und performen einen Balanceakt oder kapitulieren wir vor dem Abgrund und lassen uns fallen?
Abstinent lebende machen jeden Tag aufs neue die Entscheidung nicht zu kapitulieren und machen kleine innere Schritte, für die nötige Balance beim Drahtseilakt. Das ist ein ständiges Nachjustieren, ein Wiederfinden des eigenen Gleichgewichts, ein Sich-Ausrichten, Austarieren und Gegensteuern.
Für manche ist es Sport oder Musik, für andere soziale Kontakte und Natur. In kritischen Situationen, wenn der Suchtdruck einen mal doch Richtung Abgrund zieht, sind es Tools, Tricks, Taktiken und Techniken, jeder individuell, wie er/sie es braucht.
Und wie findest du zu deiner inneren Mitte? Hinterlasse gern einen Kommentar und teile mit uns deine Methodiken, die du zum Halten des Gleichgewichts für dich als ressourcevoll empfindest, vielleicht können andere davon profitieren. Vielleicht auch mit dir 🙂